Samstag, 23. Juni 2012

Der Krieg der Vögel geht in die nächste Runde!

Kurzer Eintrag heute; mehr zum Thema B2W2 überhaupt sowie das nächste Match demnächst.


(Quelle)

Irgendwo zwischen Aufstehen und Frühstücken hab ich heute nach ersten Listen bezüglich Movepoolveränderungen gesucht und bin dann bei den veränderten Level-Up-Moves nach Serebii gelandet. Die meisten Veränderungen sind absolut unspektakulär bis unnütz, aber zwei haben auf Anhieb meine Aufmerksamkeit gewonnen: Orkan für Arktos und Lavados. Nicht für Zapdos, das auch den lang ersehnten Luftschnitt nicht bekommt. Weise Entscheidung! Zapdos ist ja praxisbezogen nun schon länger wirklich sehr viel besser als die anderen beiden und diese Schere wird allein schon durch den Blitzfänger, sollte er jemals freigegeben werden, noch einen guten Zahn weiter auseinander klappen. Einen größeren Zahn leider als der Wert der jüngsten Annäherung, vermute ich... Aber schauen wir mal, was ich an dem Orkan für die kleineren Vögel überhaupt so spannend finde:

Bei Arktos habe nicht nur ich mich lange Zeit gefragt, was man damit (im Doppel) überhaupt sinnigerweise anstellen kann, ohne dass es irgendwer anders besser macht. Es ging schon so weit, dass ich in halber Verzweiflung darauf kam, irgendwie was mit Eiseskälte und Delegator/Ruheort zu machen, aber die Freude dieser Erkenntnis war denn auch von kurzer Dauer, als mich jemand daran erinnert hat, dass es doch schon ein gewisses Event-Suicune gibt...
Jetzt also Orkan als Heilsbringer? Nun ja, wir unterhalten uns offensichtlich erstmal über Wetter. Nicht über Regen, weil man da mit Boreos oder Dragoran wahrscheinlich eher glücklich wird. Auch nicht über Hagel, weil sich da Glaziola, Rotom, Frosdedje oder Walraisa im Allgemeinen als hilfreicher erweisen dürften. Nein, wir reden über Regen und Hagel! Bisher konnte man Lapras mit Wasser-STAB, Blizzard und auch Donner als das typische Nutznießer-Pokémon betrachten, gefolgt von zahlreichen anderen Wassertypen mit Non-STAB-Blizzard -- zu einem großen Teil auch langsam genug für Bizarroraum. Jedenfalls, Lapras. Der Vergleich gegen Lapras ist tatsächlich nicht so einseitig, also besteht da definitiv eine Chance, an dem (wenn auch kleinen) Marktanteil zu picken. Ein Blick auf die Statistik:

KPAngVerSpAngSpVerInitSchwächen
Lapras1308580859560Elektro, Gestein, Kampf, Pflanze
Arktos90851009512585Elektro, Feuer, Gestein, Stahl
Frost-Rotom506510710510786Feuer, Kampf, Gestein

Wir sehen, der Vergleich gegen Lapras fällt auf der mathematischen Ebene sehr gut aus: Arktos ist schneller, stärker in der Offensive und kann durchschnittlich mehr einstecken. Die Schwächen sind ein wenig anders, aber das ist abhängig vom Team, was da nun schlimmer ist – so oder so ist der Eis-Typ zum Preis dafür, dass er die meisten der stärksten Pokémon des Spiels schlägt, in defensiver Hinsicht ein Stigma... Vergleicht man nun noch die Movepools, so wird man sehen, dass Arktos die besseren Support-Möglichkeiten (Rückenwind, Reflektor, im weiteren Sinne auch Ruheort) hat, Lapras dagegen klar die besseren Angriffsmöglichkeiten (Donner, Surfer, Hydropumpe). Schon etwas ironisch, wo es im Spezial-Angriff ja nunmal verliert, aber was will man machen...
Rotom als weiterer perfekter Nutznießer beider Wetter geht dann definitiv in die offensivere Richtung, allerdings eindeutig mit dem besten Typen der Auswahl. Der entscheidende Grund, dass man Arktos nimmt, wäre dann eben einfach, dass man genau eine mehr oder weniger zuverlässige Defensive und ein teamdienliches Element wünscht. Für bloßen Haudrauf ist höchstwahrscheinlich Rotom die beste Wahl.

Damit ist die Existenzberechtigung für Arktos spätestens jetzt gezeigt. Es ist natürlich nicht realistisch, sich jetzt irgendwelche Wunder zu erhoffen, wie dass Arktos jetzt plötzlich beliebt wird oder jemand ein Turnier damit gewinnt, aber man kann schon seinen Spaß mit dem Wintervogel haben, ohne dass man es sich verdient hat, ausgelacht zu werden. Sehr schön!

Ohje, jetzt ist das ja doch so viel geworden... Na ja, Lavados krieg ich auf jeden Fall kürzer hin. Der Vergleich mit der Konkurrenz gestaltet sich als komplizierter, daher bleibt es vorerst bei der Idee: Wir sind wieder im Wetter unterwegs, aber jetzt nur noch Regen. Ja, Regen! Es ist so, dass wer Regen in Hochkonzentration spielt (und dies insbesondere gegen Asiaten), sich etwas gegen Tentantel, den generischsten und idiotensichersten Check, ausdenken muss. Das hat mit Kampf und Feuer nur zwei Schwächen – unterm Regen beide gleichwertig. Mit Feuer ist es leichter, die Eisenstacheln und Beulenhelme zu umgehen, aber dafür in allen anderen Fällen schwieriger zu spielen.
Lavados ist nun ein Pokémon, das einen ganz besonderen Vorteil dabei bietet: Es hat einen STAB, der vom Wetter profitiert! Einzigartig leider nicht, da Rotom (diesmal die Mikrowelle wohlgemerkt) dasselbe schon mit Donner im Angebot hat. Lavados kann ihn allerdings besser nutzen, da es nicht am Hitzekoller fürs Feuer gebunden ist. Darüber hinaus würde man einfach lieber eine Waschmaschine oder einen Rasenmäher spielen im Regen, hätte mehr allgemeinen Nutzen anstelle dieser Special-Purpose-Funktionalität... Zurück zu Lavados jedenfalls; inwiefern es besser oder schlechter als andere Feuer-Pokémon in Regen-Teams funktioniert, ist schwer zu sagen (es gibt schließlich nicht viele Leute, die sich überhaupt schonmal sowas getraut haben), aber auf Papier finde ich es im Moment äußerst verlockend bei so einer interessanten Synergie: Seedraking und Kappalores schießen potenziell Zapdos ab, Ersteres auch Latios, Letzteres bedroht Wasch-Rotom, Metagross und Scherox unterdrücken Despotar, Heatran hat gegen Regen sowieso das gute Recht im Ball zu bleiben und Skelabra noch viel mehr. Auf der anderen Seite löst Lavados nicht nur das Tentantel-Problem, sondern kann Hutsassa sogar noch leichter entfernen, frühstückt auch Viridium ohne Steinkante und macht Gastrodon auf der Gegenseite durch den starken neutralen STAB zumindest ein bisschen erträglicher. Ich würd sagen, ich patentier mir das!

Der Friede sei mit Euch.

Kommentare:

  1. Hübscher Eintrag ;D
    Articuno wird weiterhin ein Exot bleiben denk ich mal, aber Moltres könnte mit Orkan in Regenteams als Counterpick für die generischen Regencounter tatsächlich was taugen mit dem richtigen Partner und ich dachte da direkt mal an Rindo Berry Gastrodon. Zieht Singletarget-Wasser, macht Surf-User vorsichtiger damit direkt den Move zu spammen, baitet Grasmoves, was Moltres Zeit gibt, die entsprechenden User zu entfernen und resistet die Fieldmoves, gegen die Moltres schwach ist. Zudem kannste das halt in nem Regenteam als TR-Check spielen, was nicht ganz unwichtig ist, weil TR halt die ganzen Swiftswimmer in der Preview countert und ja, Moltres macht die ganzen Sachen weg, die Gastrodon gefährlich werden könnten :3

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wurde auch mal Zeit, dass jemand die Kommentarfunktion entdeckt. :3

      Ne, ehrlich gesagt denk ich auch, wird der goldene Vogel auch mit diesem Verwendungszweck ein dicker Exot bleiben. Allein schon, weil mir im Nachhinein eingefallen ist, dass Tornadus (alte Form natürlich) die meisten Dinge ebenfalls draufhat und noch ein paar mehr. Da wäre ein gleichmächtiger Orkan, Verhöhner/Regentanz mit Prio, kein Autoloss gegen Steinhagel und die klar bessere Init. Die Vorteile von Moltres sind da etwas subtiler: Safeguard, nur insignifikant bessere Defensivwerte und eben das Feuer. Unterm Regen macht das Feuer nur gegen Ferro die Welt aus; interessanter wird dieser Punkt wohl eher abseits des Regens, wobei das eben genau durch einen genannten Vorteil des grünen Wolkenkuckucks schon wieder, na ja, gelöst nicht, aber entschärft wird... Ach, schweres Thema in der Theorie; da geht nur spielen und ausprobieren. Vielleicht hab ich mich ein wenig davon leiten lassen, dass es mein Lieblingsmon ist und ich einfach kein spezielles Tornadus verfügbar hab... (Gott, was labert der eigentlich für einen irreführenden Scheiß.)

      Zur konkreten Idee: Gastrodon im Regen ist eh super, weil man den ja besser als alles andere ansurfen kann. Direkt neben Lavados hängt aber schon stark vom Gegner ab... Gegen den typischen Good Stuff etwa wäre das sehr schwer, eben wegen den nicht zu seltenen Schwächen des Vogels. Terrakion oder Tar mit Steinhagel, können beide nicht zuverlässig am Angriff gehindert werden, zwingt daher zum Wechsel. Noch extremer Elektro: Zapdos droht ebenfalls den OHKO, aber dagegen etwas Gutes einzuwechseln wird schwer, weil man mit Gastrodon den bestmöglichen Wechsel bereits auf dem Feld hat – da müsste dann schon Voltenso, Event-Raichu oder sowas im Team sein... Anderes Extrembeispiel Thundurus mit seinen nervigen Prios, die das ganze Team theoretisch kopfstellen können. Wenn man von vornherein weiß, dass es bulky EVt ist, könnt man vielleicht noch drinbleiben und den Safeguard versuchen reinzubringen lol, aber bleibt eine Nummer mit hohem Risiko. Also zusammengefasst: Ja, natürlich vertragen die sich gemeinsam im Sechser, aber ich glaube, Lavados mag es lieber, wenn es einen schnellen und zerstörerischen Partner hat, um nicht von dem gefährlichen Zeug angegriffen werden zu können. Was ganz anderes wäre es natürlich, wenn man weiß, dass man Lavados opfern kann, um das schnelle Wassermon dafür sicher reinzubringen und damit das Spiel zu entscheiden...
      Letztendlich wird man's ausprobieren müssen, wenn man es genau herausfinden will. (Wird Zeit, dass ich mich überhaupt mal an Regen + Feuer versuche. Hab da auch vor dieser Neuigkeit schon was ganz anderes, Interessantes auf dem Papier gehabt...)

      Ansonsten danke für den Kommentar natürlich.

      Löschen